Ein Uhu, ein Faultier und der Wald, der sie empfing
Gestern Nachmittag zogen Marcela und Alberto mit dem EPA und Cardique in den Wald – mit Käfigen, Transportboxen und der Gewissheit, dass es Tiere gab, die der Wildnis zurückgegeben werden mussten. Die Freilassung vereinte einen jungen Uhu mit braunem Gefieder und riesigen Augen, die die Welt betrachteten, als könnten sie noch immer nicht ganz glauben, was sie sahen; eine Blaugraue Tangare in jenem Himmelblau, das nur wenigen lebenden Dingen zu eigen ist; und einen Rosenbrustknacker, der auf seiner Brust einen Fleck trug, rot wie glühende Kohle. Jeder verließ seinen Käfig mit der Ruhe oder dem Schwindel, die der eigenen Art entsprechen.
Den langsamsten Augenblick schenkte das Dreifingerfaultier. Mit seinen langen Krallen und seinem ganz eigenen Zeitgefühl kletterte es am Stamm eines Baumes im Unterholz empor, als wäre es soeben aus einem sehr langen Schlaf erwacht – was in gewisser Weise genau das war, was geschehen war. Die Tarnanzüge des Teams verschwanden zwischen Lianen und breiten Blättern, während die Vögel ihre Äste und die Säugetiere ihren Rhythmus fanden. Das Zusammenwirken der Fundación und der Umweltbehörden ermöglichte es, dass dieser dichte, feuchte Tropenwald zumindest um drei Tiere reicher wurde, die ihm von Rechts wegen gehören.
Das Personal der Fundación bemerkte, dass mehrere Vögel durstig ankamen – mit trockenem Schnabel und wachsamen Augen. Die Freilassung war schnell – von der Art, die Fachleute als "hart" bezeichnen: ohne Vorkonditionierung, ohne die schrittweise Anpassungsphase, die einem Tier erlaubt, seinen Instinkt neu zu kalibrieren, bevor es in die Wildnis zurückkehrt. Die Fundación öffnet den zuständigen Behörden ihre Türen, wenn diese mit beschlagnahmten Tieren eintreffen, denn jemand muss sie aufnehmen. Doch was an jenem Dienstag geschah, wird als institutionelle Beobachtung festgehalten: Dringlichkeit ist nicht immer die Verbündete des Tierwohls.