Der scheue Cucarachero, der sich blicken ließ
Es gibt Vögel, die unter uns leben wie gut gehütete Geheimnisse. Der Gebänderte Schuppenbauchzaunkönig — *Pheugopedius fasciatoventris* — ist einer von ihnen: Er streift unablässig durch das Dickicht des Feuchtwaldes, nervös, flüchtig, ohne die geringste Absicht, für irgendjemanden stillzuhalten. Umso mehr wusste Maicol González, dass dieser Moment etwas Besonderes war, als er am 26. März den cerro El Peligro hinaufstieg und den Vogel auf einem dünnen Ast sitzen sah — reglos, den rotbraunen Rücken im gefilterten Licht zwischen dem Blattwerk wie aufglühend.
Es waren zwei Individuen, wahrscheinlich ein Pärchen, das sich ohne Eile durch die Vegetation bewegte. Maicol hob die Kamera langsam an und drückte auf den Auslöser. Das entstandene Bild zeigt den Vogel von vorn: die weiße Brust, der von schwarzen Streifen durchzogene Bauch, dahinter das grün-goldene Bokeh des Waldes. Es ist nicht das erste Mal, dass Maicol die Art in der Reserve dokumentiert hat — aber es ist das beste Foto, das ihm je gelungen ist. Und man versteht sofort, warum er das sagt, wenn man es sieht.
Auf 520 Hektar Wildnis wie denen der Fundación Loros sind es diese kleinen Siege, auf die es ankommt: ein scheuer Vogel, der für einen Augenblick beschlossen hat zu bleiben.