Crucetillo in Blüte vor dem Haus
Vor dem Haus des Schutzgebiets, zwischen trockenem Rasen und dem Schatten einer leuchtend rosafarbenen Bougainvillea, blieb Michel Salas vor einem Strauch stehen, den ein eiliger Blick leicht übersehen hätte. Es war ein Crucetillo — Randia aculeata — mit seinen dornigen Zweigen und den kleinen, tiefgrünen Blättern, und an jenem Nachmittag des 22. März trug er Blüten: röhrenförmig, hängend, von einem kaum geöffneten Gelbgrün, als hätten sie noch nicht ganz entschieden, ob es schon Zeit sei, sich zu zeigen.
Michel hielt den Fund in drei Fotografien fest, die den Wuchs des Strauchs, sein tropisches Gartenumfeld und diese sich entfaltenden Blüten einfangen. Im Hintergrund ein Papayabaum, daneben Sträucher mit rosa und orangefarbenen Blüten — zusammen bildeten sie eine Szene, die daran erinnert, dass selbst der vertrauteste Garten des Schutzgebiets seine eigenen botanischen Geschichten birgt.
Der Crucetillo aus der Familie der Rubiaceae ist eine im kolumbianischen Karibikraum heimische Pflanze, bekannt für ihre Früchte, die vielen Vögeln als Nahrung dienen. Dass er ausgerechnet am Eingang des Hauses blüht, ist keine Kleinigkeit: Es ist ein Zeichen dafür, dass der pflanzliche Kalender seinen Lauf nimmt — still und pünktlich — auf den 520 Hektar von Loros.