Von den Milchkannen zum Vogelflug
Noch bevor die Sonne die Weiden von Los Guardianes und Vista Hermosa richtig erwärmt hatte, hatten Jendel und Eder bereits die Hände an den Eutern. Das Brahman-Vieh, diese großen, geduldigen Tiere, ließ die Kälber heran, während die Arbeiter die weißen Eimer füllten und die Milch dann in hellen, kräftigen Strahlen in die Aluminiumkannen lossen. Ringsum der dunkle, feuchte Boden der Pferche, fuchsiafarbene Blüten, die aus der Vegetation lugten, und das dumpfe Rauschen des frühmorgendlichen Landes.
Etwas weiter schleppte Nilson frisch geschnittene Büschel von Popocho bis zum Pick-up — diese grüne, schwere Last, die nach frischer Erde riecht. Und im schlichten Hühnerstall, zwischen braunen und grauen Hennen, die es sich in ihren Nestern aus altem Holz bequem gemacht hatten, wurden die Eier des Tages eingesammelt — dieselben Eier, die Angélica, lächelnd mit ihrem blauen Tablett, direkt in die Hände derer bringen würde, die sie kaufen wollten, ohne Zwischenhändler und ohne Fabriketiketten.
Milch, Käse, handgemachte Molke, Popocho, Eier: Alles, was diese beiden Fincas hervorbringen, geht geradewegs auf den Markt, und was in Pesos zurückfließt, trägt die Vogelschutzprojekte der Fundación Loros. Eine schlichte Kette, ohne Umwege, die den Pferch mit dem Flug der Guacamayas verbindet.