Echos vom Feld
Der Chocorocoy mit dem schwarzen Schnurrbart
Am 18. März, nahe der casa del paraíso, hob Maicol behutsam die Kamera und hielt etwas fest, womit er nicht gerechnet hatte: einen Cucarachero Chocorocoy (Campylorhynchus nuchalis), der zwischen dürren Ästen und eingerollten Blättern nach Nahrung suchte, als existierte die Welt jenseits dieses trockenen Gestrüpps gar nicht. Der Vogel bewegte sich langsam und unbekümmert, zeigte sein schwarz-weiß geflecktes Gefieder und schnüffelte neugierig durch das Dickicht.
Doch es war ein einziges Detail, das Maicol mit dem Auge am Sucher kleben ließ: ein schwarzer Schnurrbart, markant und scharf gezeichnet, der dem Vogel mit einer fast komischen Eleganz quer übers Gesicht zog. In all seinen Jahren, in denen er das Santuario durchstreift hatte, war ihm dieses Merkmal bei einem Chocorocoy noch nie so ausgeprägt begegnet. Drei Fotos schaffte er, bevor der Vogel im Gestrüpp verschwand.
Der Campylorhynchus nuchalis ist eine in den Trockengebieten Nordkolumbiens weit verbreitete Art, bekannt für sein lebhaftes Wesen und sein unverwechselbares Gefieder. Doch an jenem Tag, auf den 520 Hektar der Fundación Loros, erlaubte sich einer von ihnen, ein wenig unvergesslicher zu sein als alle anderen.