Der Muñeco, der bereits Nachkommen hat
In einem Winkel dichter Vegetation der Reserva, unter einer Sonne, die sich durch die Baumkronen tastete, blieben Michel Salas und Jorge Alcalá vor einem Muñeco (*Cordia collococca*) von etwa acht Metern Höhe stehen. Der Baum trug seine leuchtend roten Beeren in Hülle und Fülle, und während sie ihn aus verschiedenen Winkeln fotografierten, ließ sich ein schwarzer Vogel — angelockt von den Früchten — zwischen den Ästen blicken. Fünf Aufnahmen blieben als Zeugnis dieses Augenblicks zurück: die üppige Krone, die glutrote Beerentraube, der geflügelte Besucher.
Doch die eigentliche, unscheinbarere Geschichte spielte sich weiter unten ab, zwischen dem Laub und den Überresten des Unterholzes: ein junges Exemplar derselben Art, mit großen, grünen Blättern, das sich aus dem Halbdunkel nach oben drängte. Niemand hatte es gepflanzt. Es kam von allein, so wie Dinge kommen, die die Bedingungen finden, um zu bleiben.
Der Muñeco ist eine im kolumbianischen Karibikgebiet heimische Art, und dieser Fund — ein fruchttragendes Altexemplar und natürliche Verjüngung an derselben Stelle — bestätigt, dass die Art in diesem Teil der Reserva nicht nur überlebt: Sie vermehrt sich aus eigener Kraft.