Echos vom Feld
Der Tag, an dem das Schutzgebiet nicht aufhörte zu staunen
An jenem Freitag im März zog Omar Enrique Berdugo Cabeza los, um das Gelände der Fundación Loros und den Bereich Los Guardianes zu durchstreifen — als hätte das Schutzgebiet beschlossen, sich in seiner ganzen Pracht zu zeigen. Alles begann beim Reinigen der Vogelfutterschalen: Als er eine umdrehte, saß dort ein winziges braunes Fröschchen, vollkommen gelassen auf seiner Handfläche, als pose es für ein Portrait. Dann war es Negrillo, der Papagei, der ohne jede Ankündigung herabflog und sich auf seiner Schulter niederließ. Im Aviario 2 fand er einen gefangenen livo pollero, der den Ausweg nicht finden konnte; etwas weiter waren alle sechs titis zur Futterzeit vollzählig versammelt. Und auf dem Rückweg durch Los Guardianes hielt ein verlassenes Häuschen seine eigene Überraschung bereit: ein junger golero, der dort aufgewachsen war, zwischen Wänden ohne Besitzer.
Zurück in der Fundación offenbarte sich das Leben bei jedem weiteren Schritt — ein Gecko mit orangefarbenem Kopf auf den Ziegelsteinen, eine rote Milbe wie ein Tropfen Samt auf der Rinde eines Baumes, eine Gottesanbeterin so klein, dass sie auf eine Fingerkuppe passte, eine grüne Heuschrecke auf einem Knie, eine schwarze Iguana zwischen dem trockenen Laub, Schmetterlinge, die um die Blüten kreisten, und eine poyoneta, die die Terrasse besuchte. In einem Kautschukbaum saß ein Vogel mit gelbem Schnabel, gelbem Schwanz und schwarzem Gefieder — niemand hatte ihn erwartet.
Doch das Bild des Tages kam am Ende: In einem níspero-Baum hatten sich zwei Wildpapageien die gespendete Nisthöhle auserwählt und es sich dort eingerichtet — ruhig und frei, als wüssten sie längst, dass dieser Platz ihnen gehörte. Nicht weit entfernt empfingen die Papageien aus Aviario 1 und 2, aufgeheizt vom Sommerwetter, den Strahl eines Schlauchs und rieben sich an den nassen Blättern, damit die kühlen Tropfen sich zwischen ihren Federn festsetzen konnten.