Sechs Lisztäffchen in der Mittagsstille
Die Mittagshitze lag schwer über dem Land, als Omar Enrique Berdugo Cabeza mit Früchten für die Lisztäffchen-Gruppe tief in die Reserva vordrang. An der Futterstelle angekommen war keine Spur von ihnen zu sehen — also griff er zum vertrauten Mittel: dem Klang des Tanks, jenem bekannten Ruf, den die Affen längst zu deuten gelernt haben. Nach und nach erschienen drei von ihnen, kamen herunter, fraßen, und verschwanden wieder dorthin, wo sie hergekommen waren.
Omar folgte ihrer Spur bis zu den Koordinaten des Refugiums — und dort waren sie, alle sechs: eingebettet im dichtesten Grün, auf der Suche nach dem Schatten und der Kühle, die das Dickicht ihnen schenkt, wenn die Sonne am härtesten brennt. Während die Gruppe ruhte, strichen zwei Poyonetas durch die Umgebung — jene lautlosen Greifvögel, die den Lisztäffchen von Zeit zu Zeit in Erinnerung rufen, dass der Wald seine eigenen Gesetze kennt.
Neun Videos blieben als Zeugnis — einige tauchten zunächst vermischt im Thread des B20 auf, zwei verschiedene Geschichten, die für einen Moment denselben Faden teilten, bevor Omar sie voneinander trennte. Die sechs Individuen, vollzählig, im Schatten, in ihrem Refugium.