Die gallineta und der Blättertunnel
An jenem Montag im April ging José Marín einen der dichtesten Pfade der Reserva entlang, als er sie entdeckte: eine einzelne gallineta, reglos im Laub, als wäre sie selbst ein Teil des Waldbodens. Das Baumdach über ihr bildete ein geschlossenes Gewölbe aus Ästen und grünem Blattwerk — jene Art von Tunnel, durch den das Licht nur in schmalen Fäden dringt, die sich tief im Pfad verlieren.
Der Vogel war allein. Ohne Begleitung, ohne Eile, ohne sichtbare Unruhe angesichts des Beobachters. José schaffte es noch, sie auf Video festzuhalten, bevor sie im dichten Grün verschwand. Das Foto, das vom Ort übrig blieb, sagt alles: feuchte Erde, gefallene Blätter, Stille. Die Art von Szene, die man antrifft, wenn der Wald seit geraumer Zeit in Ruhe gelassen wurde und sich ungestört erholt hat.
Es war eine kurze Sichtung, fast beiläufig. Doch in einer Reserva, wo jede Art ihre eigene Geschichte über den Zustand des Waldes erzählt, ist eine ruhige gallineta auf diesem Pfad ein gutes Zeichen dafür, dass dort drinnen irgendetwas richtig gut läuft.