Keine Worte aus dem Feld, keine Chronik
Omar schickte im Laufe des Tages vierzehn Videos, eines nach dem anderen, ohne ein einziges begleitendes Wort. Auf der Seite des Chronisten häuften sich ebenfalls die Nachrichten: Fragen nach der Art, dem Ort, wer dabei gewesen war, was sich ereignet hatte. Keine davon wurde beantwortet.
Die Videos kamen an – doch ohne Stimme gibt es keine Geschichte. Eine Chronik braucht das, was die Kamera nicht immer einfängt: den Namen des Ortes, den Geruch feuchter Erde, die Angabe, wer dabei war und warum das, was sie gesehen haben, von Bedeutung ist. Ohne das bleiben diese Bilder stumm im Feldbuch.
Dieser Eintrag bleibt vorerst offen. Sobald Omar oder jemand aus dem Team erzählt, was sie an jenem 16. März aufgenommen haben, werden sich für die Geschichte die richtigen Worte finden.