Regen zur falschen Zeit in Los Guardianes
In den ersten Märztagen hob Eder — Mitglied des Viehwirtschaftsteams der Fundación Loros — seine Kamera im Sektor Los Guardianes und filmte etwas, das dort eigentlich nichts zu suchen hatte: Regen. Es war nicht das erste Mal. Seit Februar empfängt das Schutzgebiet Niederschläge in Monaten, die üblicherweise trocken verlaufen — ohne jenes Rauschen des Wassers über dem Kronendach, ohne jenen Geruch feuchter Erde, der der Reserve einen ganz anderen Charakter verleiht.
Eder beschrieb es als eine Seltenheit, und dieses schlichte Wort trägt ein echtes Gewicht. Der klimatische Kalender, den das Team auswendig kennt — die Trockenmonate, die Regenmonate, die Übergangsphasen — scheint aus dem Takt geraten zu sein. Was er auf Video festhielt, ist mehr als nur fallendes Wasser: Es ist ein Zeichen dafür, dass die Regenzeit in diesem Jahr früher beginnen und länger andauern könnte als gewohnt.
Vorerst bewahrt Los Guardianes die Feuchtigkeit jenes Märznachmittags. Eders Aufnahme bleibt im Feldbuch als das, was sie ist: ein kleines Detail, das mit der Zeit bedeutsam werden könnte.