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Von oben: die Gehege und die Sümpfe

José Marín hatte schon eine Weile den Hang entlanggewandert, als er den Ort fand. Er hatte nicht nach ihm gesucht — er war einfach dort angekommen, wie das mit guten Plätzen so ist. Von diesem Gipfel an den Koordinaten 10,4281°N, 75,2449°W breitet sich das gesamte Santuario zu seinen Füßen aus: der dichte Wald mit den halbverborgenen Anlagen der Fundación zwischen dem Grün, die Freisetzungsgehege, die zwischen den Baumkronen hervorlugen, und weiter in der Ferne, still und silbern unter dem Aprilhimmel, die Ciénagas. Im Vordergrund bildet eine offene Zone — kahler Boden, karge Büsche, die Narbe dessen, was der Wald einmal war — einen Kontrast zur sattgrünen Dichte, die wenige Meter weiter unten beginnt. Doch was José an jenem Mittwoch auffiel, war nicht diese Wunde, sondern die Brise — und der Blick. Von hier oben lassen sich gleichzeitig der Ort, an dem die Tiere warten, und der Ort, an den sie gehen werden, überblicken: die Gehege und die Ciénagas in einem einzigen Horizont, als ob der gesamte Weg in einem einzigen Blick Platz fände. Der Ort wurde im Logbuch des Santuario als einer der wertvollsten Aussichtspunkte der gesamten Anlage vermerkt. José setzte seine Expedition fort.
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