Zwei Loros Reales und eine Eiche als Zeugin
Es war ein heißer Nachmittag in der Reserva de la Fundación Loros, als Omar Enrique Berdugo Cabeza bemerkte, dass sich etwas in den hohen Ästen einer Eiche regte. Es waren zwei Loros Reales — jene Art mit dem leuchtend grünen Gefieder, die man heute immer seltener zu Gesicht bekommt — die ihr Versteck verlassen hatten, um die reine Luft des späten Nachmittags zu atmen. Ohne Eile, ohne Schrecken, wie jemand, der sein Revier in- und auswendig kennt.
Omar beobachtete sie von unten, still und schweigend. Er sah, wie sie sich zwischen den Ästen bewegten, sich reckten, diese Februarwärme mit jener Gelassenheit einatmeten, die nur derjenige kennt, der sich zu Hause weiß. Dann kehrten sie, so ruhig wie sie gekommen waren, wieder nach innen zurück. Das Nest in der Eiche wartete auf sie.
Dieser Moment erinnerte Omar daran, warum er sich für die Installation künstlicher Nistkästen mit Raubtierschutz einsetzt: damit es mehr Eichen wie diese geben möge, mehr stille Heimkehren, mehr Paare, die hinausfliegen, um Luft zu schnappen, und ihr Refugium bei der Rückkehr unversehrt vorfinden. Das beständige Monitoring im Feld ist es, was uns mit Gewissheit wissen lässt, dass die Loros Reales hier noch immer nisten.