Hängende Schoten und Mantiseier im Blätterdach
Michel Salas hob den Blick durch das Laubwerk und fand, was der Wald für jene bereitgehalten hatte, die zu sehen verstehen: eine Liane aus der Familie der Bignoniaceae, die sich zwischen den Baumkronen emporrankte, ihre langen, dunklen Schoten wiegten sich träge gegen den blauen Märzhimmel. Von unten wirkte das Geflecht aus Ästen und Blättern verschiedenster Formen wie ein dichtes Gewebe, fast undurchdringlich — doch die hängenden Schoten verrieten es.
Weiter unten, an einem dünnen Ast in Reichweite der Hand, entdeckte Michel etwas Unscheinbareres: eine Oothek mit rauer Oberfläche und grauem Farbton, angeheftet mit der Entschlossenheit dessen, der weiß, dass darin etwas Bedeutsames heranreift. Sie könnte von einer mantis religiosa stammen oder von einem anderen Insekt — das Feld gibt seine Antworten nicht immer auf einmal preis. Was jedoch deutlich wurde: In diesem Winkel der Reserva, zwischen verwobenen Lianen und verschlungenen Ästen, war das Leben ganz mit seinen eigenen Angelegenheiten beschäftigt.