Sechs Titis zwischen den Ästen des Lago 2
Um 9:15 Uhr morgens ging Carlos Andrés Matas Contreras am Ufer des Lago 2 in der Finca El Paraíso entlang, als eine Bewegung in den Baumkronen ihn abrupt innehalten ließ: Sechs Titi-Äffchen bewegten sich zwischen den Ästen, kletterten ohne Eile und machten immer wieder halt, um Früchte zu fressen. Die Titis — jene kleinen Primaten mit dem langen Schwanz und dem lebhaften Blick, die in den Feuchtwäldern der kolumbianischen Karibik zu Hause sind — sind Sichtungen, über die wir uns jedes Mal aufs Neue freuen, und Carlos Andrés hatte die Geistesgegenwart, sie auf Video festzuhalten, bevor sie im Blattwerk verschwanden.
Doch der See hatte an jenem Morgen noch mehr zu erzählen. Ohne sich zu zeigen, sprach der Dschungel: Coronas, ein Ave Cola de Ardilla, Chachalacas und eine Oropéndola ließen ihre Stimmen in der Luft hängen. Carlos Andrés lauschte aufmerksam und notierte sie alle. Manchmal erschließt sich das Feld ebenso sehr durch das Gehör wie durch das Auge — und eine solche Klangaufzeichnung ist so wertvoll wie jede Fotografie.